Von der Sommerlaune in den Rennmodus

Der Sommer ist endgültig vorbei – auch für Marcel Hirscher. Nach einer langen Auszeit, die er selbst unter das Motto „Verändern, entspannen, planen“ stellte, standen ab Mitte August die ersten Schneetage auf dem Trainingsplan. Denn aus Spaß wird schneller Ernst, als man denkt: In nicht einmal drei Wochen startet die Weltcup-Saison 2016/17.

 

Ernsthaftigkeit kann man Marcel Hirscher nicht abstreiten, dennoch sagt er von sich selbst: „Das wichtigste für mich ist der Spaß am Skifahren. Das Skifahren selbst ist nach wie vor die größte Motivation – ganz unabhängig von den Erfolgen, die ich bereits hatte oder die eventuell noch kommen.“ Das Training auf Schnee hat er – wie schon im Vorjahr – lange hinausgezögert. „Ich muss mich wieder aufs Skifahren freuen“, erklärte der Salzburger Spitzensportler im Sommer seine Strategie. „Daher versuche ich so lange wie möglich, nicht auf Ski zu stehen und schon gar nicht irgendwo in Übersee zu trainieren.“

Ab August nutzte er bei strahlend schönem Wetter die frühen Morgenstunden für Trainingseinheiten am Mölltaler Gletscher. Die ersten Wochen war das Team „Marcel Hirscher“ ganz unter sich, später kamen zwei ÖSV-Kollegen hinzu. Der direkte Vergleich mit anderen Athleten ist gut, um sich selbst einschätzen zu können. Denn der Status Quo ist wichtig. Auch für einen fünffachen Gesamtweltcup-Sieger und Weltrekordhalter.

Das „Hirscher Prinzip“ lautet „Ball flach halten“
Gerade für einen Spitzenathleten wie Marcel Hirscher gilt es, den Ball flach zu halten. Das tut er ganz bewusst: Mediale Paukenschläge, große Sprüche und Wirbel liegen ihm nicht. Vier Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden stellte er bei einer Pressekonferenz in Wien klar, dass er motiviert in die Saison starte, aber um die Stärke der Konkurrenz wisse. Zudem hätten neun Weltcup-Saisonen ihre Spuren hinterlassen, auch wenn der 27-Jährige längst noch nicht zum alten Eisen gehört. Wenn Marcel Hirscher sagt, seine Erwartungen für die neue Saison gehen „gegen null“, könnte das wie eine Provokation wirken. Doch Aussagen wie diese sind in erster Linie Kalkül. Denn da spricht kein Unerfahrener! Er selbst war einst ein „junger Wilder“, den niemand auf dem Schirm hatte. Zum anderen ist das schon bekannte Relativieren des Skisports Hirschers beste Methode, um richtig Gas zu geben. Und um sich von fremden Erwartungen freizuspielen und mentale Stärke aufzubauen.

ATOMIC – Verlängerung war nur eine Formalität
Nichtsdestotrotz ist der Respekt vor dem Annaberger groß: Die Konkurrenz schaut genau, was er macht und wie er es macht. Vor allem in Sachen Material lässt sich Marcel Hirscher nicht in die Karten schauen. Klar ist nur, dass die Verlängerung mit dem Salzburger Skihersteller ATOMIC eine „reine Formsache“ war: „Ich schätze die enge Zusammenarbeit mit ATOMIC sehr. Ich kann mich in die Entwicklung und bei der Umsetzung von Ideen voll einbringen und habe viel Mitspracherecht, obwohl das sicher nicht immer leicht ist für die Beteiligten.“

Das exklusive „Team Hirscher“
Auch bei der Zusammenstellung seines Teams sieht Marcel Hirscher von Experimenten ab: Vater Ferdinand bringt sich mit seinem enormen Renn-Know-How ein, ist Supervisor und der engste Berater von Marcel Hirscher. Er kennt seinen Sohn, aber auch Material und das Element Schnee besser als scheinbar jeder andere. Trainer Mike Pircher ist exklusiv für Marcel Hirscher zuständig, gilt als ambitionierter Frühaufsteher und tut alles, um Trainingsbedingungen und Wettkampfumfeld zu optimieren. Der Salzburger Tom Graggaber ist Servicemann im „Team Hirscher“, der Steirer Stefan Illek persönlicher Berater und PR-Manager. Das „Geheimnis“ um den neuen Physiotherapeuten will Marcel Hirscher erst im Oktober in Sölden lüften.

Daumendrücken für den Weltcup-Auftakt in Sölden
Ein Geheimnis hat er schon gelüftet und damit möglichen Gerüchten den Wind aus den Segeln genommen: Marcel Hirscher wird sich weiterhin auf seine Kerndisziplinen Slalom und Riesentorlauf konzentrieren. Auch wenn „Seitensprünge“ nicht ganz auszuschließen sind. Was immer Marcel Hirscher geplant hat und wie er es auch angehen wird, eines steht fest: Auch in diesem Winter wird er es schaffen, dass Fans aus aller Welt die Wochenenden gerne vor dem Fernseher verbringen. Ein Skiwinter ohne Marcel Hirscher: Im SalzburgerLand einfach unvorstellbar!

Autorin: Franziska Lipp

 

TV-Tipp
So, 23. Oktober 2016
AUDI FIS SKIWELTCUP – Auftakt 2016/17
10.00 Uhr – 1. Lauf Riesenslalom Herren
13.00 Uhr – 2. Lauf Riesenslalom Herren

 

Marcel Hirscher im Wordrap

Mein persönliches Sommer-Highlight 2016 …

  • war das Electric Love Festival. Aber es gab einige andere mehr.

Der Sommer 2016 stand unter dem Motto …

  • „Verändern, entspannen, planen“

Der Winter 2016/17 steht unter dem Motto…

  • „Mit Vollgas dranbleiben!“

Momentan fällt es mir schwer…

  • früh aufzustehen.

Momentan fällt es mir leicht …

  • mich handwerklich zu betätigen.
Veröffentlicht unter Marcels Salzburgerland

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